High Fashion und Workwear? Das passt zusammen!

Während in der Mode ein Trend den nächsten jagt, ticken die Uhren für Berufskleidung deutlich langsamer. Überraschung hier: Auf den internationalen Laufstegen tragen die Models gerade „Workwear 2.0“. Was steckt dahinter?


„Urbaner Pragmatismus: Workwear macht aus Funktion eine neue Form von Eleganz“, titelte kürzlich das Modemagazin Elle. Denn bei Luxusmarken wie Calvin Klein, Miu Miu oder gar Prada liefen die Models in robusten Latzhosen aus hochwertigem Baumwollstoff, lässigen Cargoshorts oder dunkelblauen Canvas-Overalls über den Laufsteg. „Hey, kenn ich. Trag ich selbst“, mag da so mancher Handwerker denken, wenn er auch Teile wie seine bewährte Latzhose nicht gerade mit einer edlen Seidenbluse kombiniert. 

Der Trend „Workwear 2.0“ überrascht so manchen Profi auch 2026 kaum, denn Arbeitskleidung hat oft die cleane, gerade Schnittführung, die strapazierfähigen Materialien und jene qualitativ hochwertige Verarbeitung, die so mancher (überteuerte) Fashionartikel vermissen lässt. Angesprochen auf den aktuellen Trend, meint Thomas Krause vom textilen Mietdienstleister DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH: „Tatsächlich gibt es für Berufskleidung, wie wir sie einsetzen, Merkmale für Qualität – sonst würde sie ja die zahlreichen industriellen Waschprozesse erst gar nicht schaffen und damit unserem nachhaltigen Konzept der Langlebigkeit nicht entsprechen.“

Arbeitskleidung als urbanes Statement 

Als Qualitätsmerkmale nennt der DBL Experte hier beispielsweise hochwertiges Gewebe, eine gute Passform, eine präzise Verarbeitung, funktionale Details, hochwertige Zutaten (Knöpfe, Schnallen, Reißverschlüsse) und nicht zuletzt auch die Reparaturfreundlichkeit. Bis auf den letzten Punkt, der bei Luxusfashion eher weniger thematisiert wird, ist davon auszugehen, dass auch die edlen und sehr hochpreisigen Designerteile diese Eigenschaften mitbringen. Denn auch hier treffen beim aktuellen „Workwear 2.0“-Trend robuste Materialien auf clevere Schnitte, übergroße Taschen auf klare Linien und praktische Details werden dort zum stilistischen Highlight. Genau so wird laut internationalen Modemagazinen „Arbeitskleidung aktuell ein urbanes Statement!“.

Dabei wird auch klar, dass Workwear 2026 mehr als praktische Berufskleidung ist: Sie wird zum Ausdruck von Selbstbestimmtheit, zur Verbindung von Funktion, Ästhetik und Haltung. Und genau das gilt heute auch für die Profis in Handwerk und Industrie, die längst angesagte Lieblingsmarken haben. Dazu meinte schon Gerd Müller-Thomkins, ehemaliger langjähriger Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts DMI: „Um die Aufmerksamkeit des Handwerkers wird seitens des Kunden fast gebuhlt. Das gibt den Profis entsprechendes Selbstbewusstsein. Und das drückt sich auch in der Mode aus. Es führt zur verstärkten Beschäftigung der Betriebe mit dem Thema Berufskleidung. Diese muss den Ansprüchen gerecht werden. Hier geht es auch um Präsenz und Außendarstellung vor dem Kunden und in sozialen Medien.“ Laut dem Modeexperten gibt es beim Handwerk sowie der medialen Selbstdarstellung längst die verstärkte Hinwendung zu einer professionellen Ästhetik – auch bei der Berufsbekleidung. Dazu tragen eben auch einzelne Marken bei. Und das treiben auch die Handwerkerprofis selbst mit voran.  

Marken, Selbstdarstellung, Haltung 

Ein Thema, das auch Thomas Krause von der DBL bestätigt: „Ja, gerade die Profis in Handwerk und Industrie haben heute favorisierte Marken wie STRAUSS, das merken wir an der Nachfrage!“ Denn die stehen für ein bestimmtes Image und damit für Selbstwahrnehmung und Haltung. „So sind wir sehr froh, dass wir als offizieller Partner Workwear-Kollektionen von STRAUSS bei uns im Leasing anbieten können.“  

Wie eng Mode und Workwear heute zusammengehen, machte kürzlich auch ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung deutlich. Dieser beschäftigte sich damit, wie die Marke STRAUSS aus dem hessischen Biebergemünd, einst als Besen- und Bürstenhändler gegründet, mit ihren Outfits für Handwerker zur absoluten Love Brand wurde – die Bekanntheit und Reichweite der Marke helfen hier auch bei der Internationalisierung. Über das „Prada“ unter der Workwear, das heute auch von Hipstern gerne getragen wird, berichtete übrigens auch der Spiegel. Der Weg zu den Laufstegen dieser Welt, die schon immer mal von Workwear inspiriert wurden – wie die im Freizeitlook omnipräsente Jeans einst durch Levis Strauss & Co. (zwischen den Namensvettern gibt es übrigens keine familiäre Verbindung) – ist dann nicht mehr weit. 

So schließt sich vielleicht der Kreis und beweist, dass Mode, die für den Arbeitsalltag gemacht ist, auch auf dem Catwalk verblüffend inspirierend sein kann. 
 


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